Hinzuverdienst bei Rente

Hinzuverdienstgrenzen bei Altersrente

5. Juni 2018

Seit dem 1. Juli 2017 ist der Hinzuverdienst bei Rente flexibler. Mit der sogenannten Flexirente haben sich die Hinzuverdienstgrenzen für Altersfrührentner erhöht. Diese Grenzen gelten erstmals für das komplette Kalenderjahr 2018. Einige wichtige Vorgaben sollten Sie beachten, um Ihre Rentenansprüche nicht zu gefährden.

Regelaltersgrenze und Hinzuverdienst

Gesetzlich Rentenversicherte, die eine bestimmte Altersgrenze erreicht haben, erhalten die Regelaltersrente. Für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1947 geboren wurden, gilt eine Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Wenn Ihr Geburtsjahr zwischen 1947 und 1964 liegt, steigt diese Grenze nach und nach auf 67 Jahre. Rentner, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, können ohne Rentenkürzung unbegrenzt zu ihrer Rente hinzuverdienen. Sie sind nicht dazu verpflichtet, die Nebentätigkeit bei ihrem Rentenversicherungsträger anzumelden. Wichtig dabei ist: Wenn Ihre Einkünfte über 450 Euro brutto im Monat liegen, sind Sie sozialversicherungspflichtig und müssen somit auf Ihren Verdienst Steuern zahlen.

Geburtsjahr Anhebung um ... Monate

auf das Alter

Jahr - Monat

1947 1 65 - 1
1948
2 65 - 2
1949 3 65 - 3
1950 4 65 - 4
1951 5 65 - 5
1952 6 65 - 6
1953 7 65 - 7
1954 8 65 - 8
1955 9 65 - 9
1956 10 65 - 10
1957 11 65 - 11
1958 12 66 - 0
1959 14 66 - 2
1960 16 66 - 4
1961 18 66 - 6
1962 20 66 - 8
1963 22 66 - 10
ab 1964 24 67 - 0

Die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze (Quelle: Deutsche Rentenversicherung)

Vorgezogene Altersrente und Flexirente

Unter bestimmten Voraussetzungen – zum Beispiel bei einem langjährigen Versicherungsverhältnis oder bei Berufsunfähigkeit – können Sie eine vorgezogene Altersvollrente erhalten. Seit Einführung der Flexirente am 1. Juli 2017 ist es Rentnern gestattet, 6.300 Euro brutto im Jahr anrechnungsfrei hinzuzuverdienen. Bei Einkünften, die diese Grenze überschreiten, wird der übersteigende Betrag zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Wenn Ihr Einkommen zum Beispiel 100 Euro über der Hinzuverdienstgrenze liegt, werden Ihnen von der Rente des Folgejahres 40 Euro – sprich 40 Prozent – abgezogen. Sie erhalten damit nur noch eine Teilrente.

Erwerbsminderungsrente und Witwenrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, hat Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente. Für diese gelten beim Hinzuverdienst die gleichen Regeln wie für die vorgezogene Altersrente. Wer jedoch zwischen drei und unter sechs Stunden am Tag arbeiten kann, hat nur Anspruch auf eine halbe Erwerbsminderungsrente. In diesem Fall gelten höhere Freibeträge. Diese werden individuell berechnet.

Beziehen Sie eine Witwen- oder Witwerrente und üben Sie eine Nebentätigkeit aus? Dann sollten Sie ebenfalls die geltenden Freibeträge beachten. Der monatliche Freibetrag in den alten Bundesländern liegt momentan bei 819,19 Euro netto. In den neuen Bundesländern beträgt er 783,82 Euro netto. Verwitweten Rentnern mit höherem Hinzuverdienst werden 40 Prozent des überschrittenen Betrags auf die Witwenrente angerechnet.

Was zählt zum Hinzuverdienst bei Rente?

Zum Hinzuverdienst bei Altersrente zählen

  • das monatliche Bruttoarbeitsentgelt,
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit,
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft sowie
  • vergleichbare Einkommen – zum Beispiel das Vorruhestandsgeld oder Abgeordnetenbezüge.
     

Die Hinzuverdienstgrenzen sollten immer individuell beim Rentenversicherungsträger berechnet und angepasst werden. Dort erfahren Sie auch, ob der Hinzuverdienst innerhalb der festgelegten Grenzen liegt und welche Einkommensart als Hinzuverdienst gilt.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch Ihren Versicherer, einen Berater bei Ihrer Bank, die für diese Themen zuständigen Ämter, einen Steuerberater oder Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht) nicht ersetzen.

Besuchen Sie Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort und lassen Sie sich zum Thema Altersvorsorge beraten.

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