Rente versteuern

Steuerlast ist abhängig von verschiedenen Faktoren

Die von der Deutschen Rentenversicherung ausgezahlten Renten gelten als Altersbezüge und sind grundsätzlich steuerpflichtig. Ob bzw. wie viel Prozent Ihrer Renteneinkünfte Sie versteuern müssen, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren wie dem Rentenfreibetrag ab.

Rentenfreibetrag

Der Rentenfreibetrag bestimmt jenen Teil der Rente, auf den keine Steuer zu zahlen ist, und mindert dadurch die Steuerlast von Rentnern. Wie hoch er ausfällt, ist abhängig vom Kalenderjahr des ersten vollständigen Rentenbezugs. Der Freibetrag errechnet sich aus der Jahresbruttorente und bleibt über die gesamte Rentendauer unverändert. So gibt es im Falle von Rentenerhöhungen keine weitere Entlastung. Seit 2005 steigt der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Rente stetig. Die Besteuerung betrifft neben der Altersrente auch die Erwerbsunfähigkeits- sowie die Hinterbliebenenrente.

Besteuerungsanteil berechnen

Bis 2020 sank der Satz für den Rentenfreibetrag jährlich um zwei Prozentpunkte. Ab 2021 sinkt er nur noch um einen Prozentpunkt pro Jahr. Dadurch entfällt der Freibetrag für alle, deren Rentenbeginn im Jahr 2040 liegt. Gehen Sie 2020 in Rente, sind 80 Prozent Ihrer Jahresbruttorente steuerpflichtig – 20 Prozent bleiben steuerfrei. Bei einer Rentenhöhe von 11.000 Euro jährlich beträgt der Steuerfreibetrag also 2.200 Euro.

Jahr des Rentenbeginns Besteuerungsanteil Prozentsatz für Rentenfreibetrag
2020 80 20
2021 81 19
2022 82 18
2023 83 17
2024 84 16
2025 85 15
2026 86 14
2027 87 13
2028 88 12
2029 89 11
2030 90 10
2031 91 9
2032 92 8
2033 93 7
2034 94 6
2035 95 5
2036 96 4
2037 97 3
2038 98 2
2039 99 1
2040 100 0
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Nicht immer sind Steuern fällig

Zusätzlich zum Rentenfreibetrag können Rentner genau wie Arbeitnehmer vom steuerlichen Grundfreibetrag profitieren. Dieser liegt für das Jahr 2020 bei 9.408 Euro. Ist die Summe von Renten- und steuerlichem Grundfreibetrag höher als die Jahresbruttotrente, fallen keine Steuern an. So muss ein Rentner bei einer Jahresbruttorente von 11.000 Euro und einem Rentenfreibetrag von 2.200 Euro im Jahr 2020 keine Steuern zahlen. Denn der Rentenfreibetrag von 2.200 Euro und der steuerliche Grundfreibetrag liegen zusammen bei 11.608 Euro und damit über der Jahresbruttorente von 11.000 Euro. Da sich bei Rentenerhöhungen der Freibetrag nicht erhöht, fallen jedoch im Laufe der Rentenbezugszeit unter Umständen Steuern an. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn sich die Jahresbruttorente in Höhe von 11.000 Euro im Jahr 2030 durch eine Rentenanpassung von jährlich durchschnittlich etwa drei Prozent auf 14.800 Euro erhöhte. Abzüglich des Freibetrages in Höhe von 2.200 Euro sowie eines geschätzten Grundfreibetrags von 10.500 Euro im Jahr 2030 ergäbe sich ein zu versteuerndes Einkommen von 2.100 Euro.

Weitere Einkünfte

Falls Ihre gesetzliche Rente für sich betrachtet steuerfrei bleibt, Sie jedoch zusätzliche Einnahmen erzielen, kann es passieren, dass die Rentenbesteuerung doch noch greift. Denn Hinzuverdienste wie Mieten, Betriebsrente oder Zahlungen einer privaten Rentenversicherung erhöhen Ihr Gesamteinkommen. Ob Sie dann Steuern abführen müssen, ist abhängig von der Höhe Ihres zusätzlichen Einkommens und der Einkunftsart. Finanzämter, Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine geben hierzu Auskünfte.

Steuerlast senken

Genau wie Arbeitnehmer haben steuerpflichtige Rentner die Möglichkeit, ihre Steuerlast zu senken. Sie können zum Beispiel Vorsorgeaufwendungen für Kranken- und Pflegeversicherung sowie für Haftpflichtversicherung und Unfallversicherung als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Spenden und Kosten für Medikamente oder Ärzte wirken sich ebenfalls entlastend aus. Das gilt auch für Werbungskosten, deren für eine Geltendmachung zulässige Höhe jedoch bei Rentnern deutlich niedriger ausfällt als bei Arbeitnehmern.

Lassen Sie sich zum Thema Altersvorsorge bei Ihrer Volksbank Raiffeisenbank vor Ort beraten.