Steuererklärung für Selbstständige

So erzielen Sie Steuerersparnisse und längere Abgabefristen

4. Mai 2021

Wenn Sie alle Ausgaben für Ihr Unternehmen sorgfältig dokumentieren, kann sich der Aufwand für eine Steuererklärung lohnen. Durch unsere Steuertipps für Selbstständige erfahren Sie, was sich steuerlich absetzen lässt und wie Sie eine Dauerfristverlängerung für die Umsatzsteuervoranmeldung erhalten.

Das können Sie von der Steuer absetzen

Eine sorgfältige Buchhaltung ist Grundvoraussetzung für die Einkommensteuererklärung von Selbstständigen. Heben Sie alle Belege auf, um sie dem Finanzamt bei Rückfragen vorlegen zu können. In der Steuererklärung lassen sich auch kleine Beträge geltend machen. So können Sie zum Beispiel bei Essen mit Geschäftspartnern bis zu 70 Prozent der Kosten von der Steuer absetzen. Betriebsfahrten mit Ihrem privaten Pkw lassen sich mit 0,30 Euro pro Kilometer anrechnen – vorausgesetzt, Sie führen ein Fahrtenbuch.

Sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG), die zwischen 250 Euro und 800 Euro kosten, lassen sich in einem Jahr vollumfänglich von der Steuer absetzen. Ab 2021 sind auch PCs und Software vollständig absetzbar – selbst dann, wenn die Anschaffungskosten über 800 Euro liegen. Zudem können Selbstständige den betrieblichen Anteil der Telefon- und Internetkosten als Betriebsausgaben in der Steuererklärung angeben. Ebenso haben sie die Möglichkeit, häusliche Arbeitszimmer unter bestimmten Voraussetzungen als Betriebsausgaben von der Steuer abzusetzen.

Einkommensteuererklärung und Einnahmenüberschussrechnung

Wie Angestellte müssen auch Selbstständige verschiedene Formulare ausfüllen, wenn sie ihre Steuererklärung abgeben. Neben den verpflichtenden Angaben zur Person und zum Familienstand im Mantelbogen können Sie in den entsprechenden Anlagen alle Ausgaben aufführen, die Ihre Steuerlast mindern – beispielsweise Aufwendungen für Altersvorsorge und Versicherungen, außergewöhnliche Belastungen und Spenden.

Zusätzlich müssen Sie eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) gemäß § 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) erstellen. Diese Anlage ist der Steuererklärung beizulegen. Die EÜR soll Freiberuflern und Gewerbetreibenden die Gewinnermittlung erleichtern, da hier lediglich eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben erfolgt. Wenn Sie Gewerbetreibender sind, dürfen Sie eine EÜR nur bei einem jährlichen Gewinn von unter 60.000 Euro erstellen. Generell müssen Unternehmer ihre Einkommensteuererklärung elektronisch per Elster beim Finanzamt einreichen. Nur bei Kleinstbetrieben, deren Gewinn unter 410 Euro liegt, ist dies nicht notwendig.

Abgabefrist für die Steuererklärung

Seit dem Steuerjahr 2018 gilt der 31. Juli des Folgejahres als spätester Abgabetermin für die Steuererklärung. Wenn Selbstständige einen Steuerberater beauftragen, verlängert sich die Frist für die Abgabe bis zum letzten Februartag des übernächsten Jahres. Aufgrund der Covid-19-Pandemie hat sich die Abgabefrist für das Steuerjahr 2019 auf den 31. August 2021 verlängert. Ob auch die Abgabefrist für das Steuerjahr 2020 verlängert wird, steht noch nicht fest.

Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuervoranmeldung

Wenn Sie verpflichtet sind, monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt zu übermitteln, können Sie bis zum 10. Februar elektronisch eine Dauerfristverlängerung beantragen. Wird der Antrag genehmigt, verlängert sich die Frist für die Abgabe der Voranmeldung jeweils um einen Monat. Die Fristverlängerung muss jedes Jahr neu beantragt werden. Fordert das Finanzamt hingegen eine quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldung, genügt in der Regel ein einmaliger Antrag. Diesen können Sie bis zum 10. April stellen. Wird die Fristverlängerung genehmigt, gilt sie für alle dem Antrag folgenden Umsatzsteuervoranmeldungen und muss nicht jährlich neu beantragt werden.

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Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt (insbesondere Fachanwalt für Steuerrecht) oder Lohnsteuerhilfeverein nicht ersetzen.