Zollfreigrenzen und Reisefreimengen

Auf diese Vorgaben müssen Sie achten

8. Juli 2020

Nicht jedes Urlaubssouvenir lässt sich problemlos nach Deutschland mitnehmen. Denn manche Mitbringsel unterliegen Genehmigungspflichten oder sogar Einfuhrverboten. Deshalb sollten Sie sich am besten vor Antritt Ihrer Reise über Zollfreigrenzen und Reisefreimengen informieren.

Reisen innerhalb der EU

Das Reisen innerhalb der Europäischen Union ist in der Regel unkompliziert. Denn dank des europäischen Freizügigkeitsgesetzes können sich EU-Bürger uneingeschränkt bewegen. Dabei dürfen sie im Normalfall auch Waren und Souvenirs aus anderen EU-Ländern abgabenfrei nach Deutschland einführen. Das gilt jedoch nur, wenn die Mitbringsel gewisse Freimengen nicht übersteigen und für den persönlichen Bedarf bestimmt sind. Für Genussmittel wie Zigaretten oder alkoholische Getränke gibt es definierte Reisefreigrenzen. Einige Waren unterliegen allerdings Verboten beziehungsweise Genehmigungs- oder Meldepflichten. Dies gilt unter anderem für Arznei- und Betäubungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Feuerwerkskörper, Kulturgüter, Waffen und Munition sowie jugendgefährdende und verfassungswidrige Medien. Auch Geldmittel mit einem Gesamtwert ab 10.000 Euro sind anzeigepflichtig. Dazu zählen Banknoten und Münzen, Sparbriefe und -bücher, Aktien, elektronisches Geld sowie Edelmetalle und -steine.

Einreise in Nicht-EU-Staaten

Für die Einreise in Nicht-EU-Länder gelten ähnliche Verbote, Melde- und Genehmigungspflichten in Bezug auf die Reisefreimengen wie innerhalb der EU. So müssen Sie beispielsweise Geldmittel über 10.000 US-Dollar – beziehungsweise den entsprechenden Wert in einer anderen Währung – bei der Einreise in die USA schriftlich bei der dortigen Zollverwaltung anmelden. Außerdem kommen für Nicht-EU-Länder zusätzliche Einschränkungen hinzu. Diese gelten zum Beispiel bei geschützten Tier- und Pflanzenarten oder Rohdiamanten. Informieren Sie sich vor dem Urlaub ausführlich über die spezifischen Einschränkungen, damit Sie nicht unwissend verbotene Waren einführen.

Einreise nach Deutschland

Bei der Rückreise aus Nicht-EU-Ländern müssen Sie im Fall der Einfuhr von Waren nach Deutschland die Zollfreigrenzen beachten. Diese gelten jedoch nur, wenn Sie die betreffenden Güter bei sich führen, sie also im von Ihnen genutzten Transportmittel befördern lassen. Geben Sie Ihr Gepäck hingegen bei der Post, einem Kurierdienst oder als Fracht auf und lassen es somit vorausschicken oder nachsenden, gilt es nicht als mitgeführt. Überschreiten Ihre mitgeführten Souvenirs bestimmte Mengen- und Wertgrenzen, müssen Sie dies bei der Zollstelle mündlich anmelden. Sie dürfen dann die Waren einführen, nachdem Sie die Einfuhrabgabe entrichtet haben. Diese setzt sich zusammen aus der Zollgebühr, der Einfuhrumsatzsteuer sowie den Verbrauchsteuern wie Energie-, Tabak- oder Alkoholsteuer.

Zollfreigrenzen bei der Rückreise aus Nicht-EU-Ländern

Für Souvenirs und andere Waren gelten folgende Zollbestimmungen:

  • Bei Auto- oder Bahnreisen ist das Mitführen von Waren im Wert von insgesamt maximal 300 Euro erlaubt.
  • Bei Flug- oder Seereisen darf der Warenwert nicht mehr als 430 Euro betragen.
  • Reisende unter 15 Jahren können Souvenirs im Wert von insgesamt 175 Euro zollfrei einführen.
     

Tipp: Wenn Sie hochpreisige Gegenstände wie Digitalkameras oder Sportgeräte von zu Hause mit auf die Reise nehmen, ist es ratsam, die entsprechenden Kaufbelege mit sich zu führen. So verhindern Sie, dass Sie die Ware bei der Rückkehr nach Deutschland verzollen müssen.


Für Tabakwaren, Alkohol, Arzneimittel und Kraftstoffe gelten folgende Einfuhrbestimmungen und Freigrenzen:

  • Reisende im Alter von mindestens 17 Jahren dürfen 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak nach Deutschland einführen. Sogenannte Tabaksticks – nicht zu verwechseln mit E-Zigaretten – werden wie herkömmliche Zigaretten behandelt.
  • Außerdem dürfen Reisende im Alter von mindestens 17 Jahren einen Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Volumenprozent und vier Liter nicht-schäumende Weine sowie 16 Liter Bier einführen. Statt des einen Liters mit über 22 Volumenprozent ist es auch möglich, zwei Liter mit einem Alkoholgehalt von unter 22 Volumenprozent einzuführen.
  • Arzneimittel dürfen Reisende nur in einer Menge einführen, die dem persönlichen Bedarf entspricht.
     

Für jedes Motorfahrzeug dürfen neben dem Kraftstoff im Haupttank zusätzlich bis zu 10 Liter zollfrei eingeführt werden.

Sonderregelungen innerhalb der EU

Einige Regionen innerhalb der EU sind nicht Teil des EU-Zollgebiets, auch wenn Sie zum Staatsgebiet eines EU-Lands gehören. Dazu zählen zum Beispiel die Färöer-Inseln, Grönland, Gibraltar oder französische Süd- und Antarktisgebiete. Bei der Einreise nach Deutschland gelten dann die gleichen Bestimmungen wie für die Rückkehr aus einem Nicht-EU-Staat. Einen weiteren Sonderfall bilden Regionen, die zwar zum Zollgebiet der EU gehören, nicht aber zum Steuergebiet für Verbraucher- und Mehrwertsteuern. Dies gilt zum Beispiel für die britischen Kanalinseln, die Kanarischen Inseln, die Überseedepartements Frankreichs oder den Berg Athos in Griechenland. Auch hier gelten die gleichen Zollbestimmungen wie bei der Einreise aus einem Nicht-EU-Staat.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Detaillierte Zollbestimmungen finden Sie auf der Website der Generalzolldirektion.

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