Ausbildungsplatz nicht besetzt

Junge Menschen für duale Ausbildung gewinnen

2. August 2018

Unternehmen rekrutieren ihren Fachkräftenachwuchs häufig mittels der dualen Ausbildung. Jedoch werden sich auch im laufenden Jahr viele Ausbildungsplätze nicht besetzen lassen. Diesem Trend können Ausbildungsbetriebe mit verschiedenen Maßnahmen entgegenwirken.

Jedes Jahr bleiben Ausbildungsplätze vakant

Viele Betriebe haben Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen: Im Juni 2018 waren 45 Prozent aller angebotenen Stellen noch frei. Das trifft vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, weil diese auf Bewerber häufig nicht so attraktiv wirken wie Konzerne. Sie erhalten daher nur wenige oder gar keine Bewerbungen. Vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe, in Bau- und Handwerksberufen, in der Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik-Branche oder auch im Berufskraftfahrersektor fällt die Zahl der Ausbildungsstellen deutlich höher aus als die Zahl der Bewerber.

Bewerber und Ausbildungsplätze passen oft nicht zusammen

Im Juni 2018 hatten noch 182.000 Ausbildungssuchende keine passende Stelle. Gleichzeitig waren seit Oktober vergangenen Jahres 512.000 Ausbildungsstellen als unbesetzt gemeldet. Doch davon hatten 235.000 Stellen im Juni noch keine Interessenten gefunden. Im Durchschnitt gab es somit deutschlandweit 53.000 mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerber. Allerdings stellt sich die Lage regional sehr unterschiedlich dar. Oft passen auch die Berufswünsche nicht zum Bedarf an Arbeitskräften in bestimmten Berufen.

Anstrengungen von beiden Seiten notwendig

Firmenchefs können einiges tun, um das Problem unbesetzter Ausbildungsstellen zu lösen. Um Jugendliche werben heißt zum Beispiel, Stellenanzeigen für die Darstellung auf dem Smartphone zu optimieren und dabei auf PDFs oder umständliche Formulare zu verzichten. Zudem kann die Fixierung auf einen möglichst guten Schulabschluss den Blick auf andere wichtige Aspekte wie den persönlichen Eindruck verstellen. Ausbilder sollten sich daher Zeit für ein Kennenlernen nehmen und nicht von vornherein Jugendliche mit einem niedrigen Notendurchschnitt oder nicht perfekten Bewerbungsunterlagen aussortieren. Doch auch die Bewerber sollten etwas unternehmen und sich beispielsweise nach Ausbildungsalternativen in anderen als den von ihnen angestrebten Branchen umsehen.

Schüler besser informieren

Unabhängig von der Schulform haben viele Schüler keine Vorstellung von den verschiedenen Ausbildungsberufen. Bei vielen Abiturienten gilt ein Studium immer noch als Garant für einen sicheren Arbeitsplatz und ein hohes Einkommen. Zudem kennen die meisten Schüler die Möglichkeiten nicht, die sie mit einer dualen Ausbildung erhalten. Ihnen ist nicht bewusst, dass je nach Ausbildung ebenso gute Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten bestehen wie nach einem Studium. Durch Kooperationen mit Schulen können Unternehmen besser über die duale Ausbildung informieren: Azubis sind als Botschafter nah an der Zielgruppe, wenn sie von ihren Ausbildungserfahrungen berichten. Im Betrieb einen Tag der offenen Tür für Schüler zu veranstalten, kann darüber hinaus sprichwörtlich Türen öffnen.

Betriebspraktika anbieten

Nur wenige Schüler wissen, wie die Arbeitswelt aussieht und was sich hinter Berufsbezeichnungen verbirgt. Oftmals sind sie daher orientierungslos, was die Berufswahl angeht. Durch Betriebspraktika wird es möglich, unverbindlich in Unternehmen hineinzuschnuppern und sich ein Bild vom Ausbildungsangebot zu machen. Die Firma wiederum hat auf diese Weise die Möglichkeit zu testen, ob ein Praktikant für die von ihm angestrebte Berufsausbildung geeignet ist. So erhalten zudem auch jene Bewerber eine Chance, die ansonsten ausgesiebt würden.

Studienabbrecher rekrutieren

Fast jeder dritte Student bricht sein Studium ab. Dieser Umstand eröffnet ein großes Potenzial für die betriebliche Ausbildung. Unternehmen können Studienabbrecher mit dem Hinweis anwerben, dass eine betriebliche Ausbildung häufig vielversprechender ist, als weitere Fachrichtungen an der Universität auszuprobieren. Hier müssen die Betriebe vorlegen: Attraktive Ausbildungsvergütungen, die Chance auf einen Auslandsaufenthalt oder auch duale Studiengänge können Studienabbrecher sowie Abiturienten überzeugen und ihnen den Weg in die Wirtschaft ebnen.

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