Nebenkostenabrechnung prüfen

Schauen Sie sich die einzelnen Posten genau an

06. Februar 2020

Die jährliche Nebenkostenabrechnung sorgt manchmal für die eine oder andere Überraschung. Denn nicht immer stimmen alle Angaben darin. Mieter sollten sich deshalb darüber informieren, auf welche Punkte sie bei ihrer Abrechnung besonders achten müssen.

Abrechnungszeitraum für die Nebenkosten

Prüfen Sie Ihre jährliche Nebenkostenabrechnung immer gründlich. Denn nur so finden Sie heraus, ob Ihr Vermieter unberechtigte Forderungen erhoben hat. Schauen Sie zunächst, ob Ihre Nebenkostenabrechnung für den richtigen Zeitraum ausgestellt ist. Sie darf in der Regel maximal zwölf Monate abdecken. Sind Sie beispielsweise zur Mitte des Jahres in eine Wohnung eingezogen, kann Ihr Vermieter die Abrechnung auch für einen kürzeren Zeitraum ausstellen.

Der Umlageschlüssel

Wichtig bei der detaillierten Überprüfung Ihrer Abrechnung ist der in Ihrem Mietvertrag festgelegte Umlage- beziehungsweise Verteilerschlüssel. Dieser bestimmt, auf welche Weise die Verteilung der Nebenkosten auf die einzelnen Mietparteien erfolgt. Möglich ist eine Umlage nach Wohnfläche, Wohneinheit, Personenzahl oder Verbrauch. Anhand des Umlageschlüssels errechnen Sie, ob Ihr Anteil an den Kosten stimmt. Bei einer Nebenkostenabrechnung mit fehlerhaften Angaben haben Sie das Recht, Einsicht in die Belege Ihres Vermieters zu fordern.

Betriebskosten im Überblick

Die Nebenkosten, die Sie als Mieter zahlen müssen, sind im Mietvertrag aufgelistet. Welche Ausgaben tatsächlich umlagefähig sind, lässt sich online in der Betriebskostenverordnung (BetrKV) nachlesen. Zu den Betriebskosten – also allen umlagefähigen Nebenkosten – gehören in der Regel Posten wie:

•    Kaltwasser, Abwasser und Heizung,
•    Straßenreinigung, Grundsteuer und Müllabfuhr,
•    Gebäudereinigung und Gartenpflege,
•    Hauswart,
•    Fahrstuhl,
•    Beleuchtung von Außenflächen und Allgemeinflächen wie Treppenhäusern,
•    Gemeinschaftsantenne und -waschküchen,
•    Sach- und Haftpflichtversicherungen.

Sonstige Nebenkosten

Sind zusätzlich "sonstige Kosten" in Ihrem Vertrag angegeben, können Sie in der Regel Informationen zur Aufschlüsselung dieser vagen Angabe verlangen. Denn als Mieter haben Sie das Recht, zu erfahren, um welche Kosten es sich genau handelt. Der Vermieter darf zudem nicht alle Nebenkosten auf Sie umlegen. Unzulässig sind beispielsweise Forderungen für Aufwendungen, die durch Hausverwaltung, Führung eines Kautionskontos oder Reparatur- und Instandhaltungskosten entstehen.

Diese Frist muss der Vermieter einhalten

Spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums muss der Vermieter dem Mieter die Nebenkostenabrechnung vorlegen. Forderungen, die Sie nach dieser Frist erreichen, sind unwirksam. Durch die verspätete Abrechnung erlischt der Anspruch des Vermieters auf Nachzahlungen. Von dieser Regel ausgenommen sind Verspätungen, die der Vermieter nicht selbst verschuldet hat, was er aber beweisen muss. Sie als Mieter haben hingegen auch nach den besagten zwölf Monaten Anspruch auf eine Rückzahlung.

Besuchen Sie Ihre Volksbank Raiffeisenbank vor Ort.

Finden Sie Ihre Filiale