Elternunabhängiges BAföG

Wann das Einkommen Ihrer Eltern bei der BAföG-Berechnung unberücksichtigt bleibt

13. Juli 2020

Nach dem Unterhaltsrecht sind Eltern in der Regel dazu verpflichtet, die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren. Daher wird das elterliche Einkommen beim BAföG grundsätzlich angerechnet. In Ausnahmefällen können Sie jedoch auch elternunabhängiges BAföG erhalten.

Elternunabhängige Förderung in Ausnahmefällen

Haben Sie Anspruch auf die Ausbildungsförderung, findet auf Grundlage des § 11 Abs. 2 BAföG nicht nur Ihr eigenes Vermögen und Einkommen Berücksichtigung bei der Berechnung, sondern auch das Einkommen von Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartnern und Ihren Eltern. Das zuständige Amt reduziert also Ihren Bedarfssatz unter anderem um das anrechenbare Einkommen Ihrer Eltern. Allerdings besteht in einigen Fällen die Möglichkeit der elternunabhängigen Förderung. Der dritte Absatz des § 11 BAföG gibt Aufschluss über diese Ausnahmen.

Voraussetzungen für das elternunabhängige BAföG

Gemäß § 11 Abs. 3 BAföG bleibt das Einkommen der Eltern außen vor, wenn Sie als Auszubildender zum Beispiel

  • ein Abendgymnasium oder Kolleg besuchen,
  • Ihr 30. Lebensjahr bei Beginn des Ausbildungsabschnitts vollendet haben,
  • nach Vollendung Ihres 18. Lebensjahres bei Beginn des Ausbildungsabschnitts mindestens fünf Jahre erwerbstätig waren oder
  • nach Abschluss Ihrer vorhergehenden, zumindest dreijährigen berufsqualifizierenden Ausbildung bei Beginn des Ausbildungsabschnitts drei Jahre erwerbstätig waren. Im Falle einer kürzeren Ausbildung müssen Sie entsprechend längere Erwerbszeiten vorweisen können.
     

Wichtig: Die letzten beiden Punkte gelten nur dann, wenn Sie mit den Erträgen aus Ihrer Erwerbstätigkeit Ihren Lebensunterhalt in den entsprechenden Jahren bestreiten konnten.

Weitere Möglichkeiten zum Bezug von elternabhängigem BAföG

Eine elternunabhängige Förderung ist auch dann möglich, wenn Ihre Eltern aus rechtsgültigen Gründen daran gehindert sind, im Inland den Unterhalt zu zahlen. Ebenso können Sie elternunabhängiges BAföG beziehen, wenn der Aufenthaltsort Ihrer Eltern nicht bekannt ist. Wenn also Sie und das entsprechende Amt den Aufenthaltsort Ihrer Eltern bzw. eines Elternteils nicht kennen und trotz gehöriger Anstrengung nicht ausfindig machen können, bleibt das Einkommen der Eltern außer Betracht. Nähere Informationen zu diesen und weiteren Ausnahmebestimmungen erhalten Sie beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Wie hoch ist das elternunabhängige BAföG?

Je nach Lebenssituation und Bildungsweg gelten verschiedene Bedarfssätze. Diese können durch Abzüge sinken, zum Beispiel durch Anrechnung Ihres eigenen Vermögens und Einkommens. Daher lässt sich pauschal nicht sagen, wie hoch das elternunabhängige BAföG individuell ausfällt. Welche Höchstsätze gelten und wie Sie BAföG beantragen können, erfahren Sie hier.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch einen Fachanwalt oder durch das zuständige Amt nicht ersetzen.

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