Corona-Krise: Finanzielle Unterstützung für Familien

Zahlungen des Bundes an Familien während der Corona-Krise

27. März 2020

Kurz und knapp Was Sie jetzt wissen müssen

Antworten auf arbeits- und arbeitsschutzrechtliche Fragen in Zeiten des Coronavirus erhalten Sie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Einen Antrag auf Kinderzuschlag können Sie bei der Bundesagentur für Arbeit direkt online stellen.

Die Corona-Pandemie stellt viele Familien nicht nur vor organisatorische, sondern auch vor finanzielle Herausforderungen. Der Bund hat wegen des grassierenden Coronavirus ein Hilfspaket geschnürt und folgende finanzielle Unterstützungs-Maßnahmen für Familien beschlossen.

Verdienstausfälle wegen Schul- und Kita-Schließung kompensieren

Viele erwerbstätige Eltern müssen derzeit Verdienstausfälle hinnehmen, weil ihre Kinder nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen können und zu Hause betreut werden müssen. Wer nicht von zu Hause aus arbeiten kann, muss daher gegebenenfalls auf Einkommen verzichten. Deshalb federt die Bundesregierung durch Lohnersatz übermäßige Einkommenseinbußen von Eltern ab. Möglich ist dies durch die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes, die der Bundestag am 25. März 2020 verabschiedet hat. Sie soll bis Ende März in Kraft treten.

Wer bekommt die Lohnfortzahlung, und von wem?

Voraussetzungen für Lohnersatzzahlungen wegen Kinderbetreuung sind:

  • Die erwerbstätigen Eltern betreuen Kinder unter 12 Jahren, weil sie eine anderweitige Betreuung nicht sicherstellen können.
  • Die Gleitzeitstunden- oder Überstundenguthaben der Eltern sind ausgeschöpft.
     

Eltern erhalten eine Entschädigung von 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens für bis zu sechs Wochen. Der Betrag ist auf maximal 2.016 Euro gedeckelt. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber. Dafür muss er bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen.

Notfall-Kinderzuschlag (KiZ)

Familien mit geringem Einkommen steht auch in "normalen" Zeiten ein Kinderzuschlag von bis zu 185 Euro monatlich zu. Die Berechnungsgrundlage dafür war bisher das Durchschnittseinkommen der letzten sechs Monate. Das ändert sich aufgrund der Corona-Krise ab April 2020. Für den Notfall-KiZ müssen Familien nur noch das Einkommen des letzten Monats nachweisen, wenn sie den KiZ beantragen. Damit profitieren auch diejenigen, die erst seit Kurzem Verdienstausfälle haben. Diese Regelung gilt bis zum 30. September 2020. Es kann sich also lohnen, ab dem 1. April einen Antrag zu stellen, wenn Sie bereits im März weniger verdient haben. Wer Kinderzuschlag erhält, zahlt zudem auch keine Kita-Gebühren und hat Anspruch auf zusätzliche Leistungen für Bildung und Teilhabe. Ab April können Sie den Not-Kinderzuschlag online beantragen.

Grundsätzliche Kriterien für den Bezug des Kinderzuschlags

Ob und in welcher Höhe der KiZ gezahlt wird, hängt vom Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder ab. Kurz gesagt gewährt der Staat den KiZ, wenn die Eltern nicht genug verdienen, um finanziell für die Familie zu sorgen. Das Bundesfamilienministerium weist darauf hin, dass es nicht ausreicht, Kindergeld zu beziehen, um Anspruch auf den Notfall-KiZ zu haben.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung durch die zuständige Behörde, die Arbeitsagentur oder Ihre Familienkasse nicht ersetzen.