Ausbildung abbrechen: Was Azubis bedenken sollten

Wenn die Ausbildung nicht passt

30. Oktober 2017

Auch nach reiflicher Überlegung im Vorfeld kann sich die Ausbildungswahl als falsch herausstellen. Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Mit der richtigen Herangehensweise kann auch eine vermeintliche Niederlage zum Erfolg werden.

Probleme erkennen

Es ist nicht immer leicht, sich eine falsche Entscheidung einzugestehen. Viele empfinden es als Niederlage, die Ausbildung nicht zu beenden. Dabei ist es viel wichtiger, die Probleme zu erkennen und zu analysieren. Ist der eingeschlagene Berufsweg nicht der richtige? Kommen Sie mit den Kollegen und dem Chef nicht zurecht? Macht Ihnen der Arbeitsalltag zu schaffen? Bei Letzterem ist ein Ausbildungsabbruch selten die Lösung. Nach der Schule fällt es Lehrlingen nicht immer leicht, einen Achtstundentag durchzuhalten oder sich mit den neuen Aufgaben vertraut zu machen. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase sieht dies aber ganz anders aus. Geben Sie sich in diesem Fall die nötige Zeit.

Möglichkeiten abwägen

Reden Sie mit Ihren Eltern und Freunden über Ihre Sorgen. Oftmals bewerten Außenstehende Probleme rationaler und haben Lösungen parat, auf die Sie alleine nicht gekommen wären. Auch eine professionelle Beratung beim Arbeitsamt kann helfen. Wenn Sie Probleme mit der Berufsschule oder fachliche Schwierigkeiten haben, können erfahrene Kollegen oder Nachhilfeunterricht Abhilfe schaffen. Anders verhält es sich, wenn das Klima im Ausbildungsbetrieb nicht passt. Bemühen Sie sich um ein besseres Verhältnis zu den Kollegen beziehungsweise zum Chef. Nach einem klärenden Gespräch lösen sich manche Probleme von alleine. Verlieren Sie jedoch keine Zeit, wenn die Probleme unüberwindbar sind. Suchen Sie sich dann einen neuen Ausbildungsbetrieb, in dem Sie Ihre Lehre fortführen.

Kündigung als letzter Ausweg

Ist die Entscheidung für einen Abbruch getroffen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Bei der falschen Berufswahl oder anderen unüberwindbaren Gründen können Sie kündigen oder eine Aufhebung des Vertrags aushandeln. In der Probezeit ist eine Kündigung schnell abgehandelt. Liegt ein wichtiger Grund vor, der es unmöglich macht, die Ausbildung weiterzuführen, ist außerhalb der Probezeit eine fristlose Kündigung möglich. Ansonsten gilt die ordentliche Kündigungsfrist von vier Wochen. Bei einer Vertragsaufhebung vereinbaren Sie mit Ihrem Ausbildungsbetrieb ein individuelles Ende. Vergessen Sie nicht, auf Ihren Resturlaub, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis sowie den Ausgleich eventueller Überstunden zu bestehen.

Neue Pfade beschreiten

Nach der Kündigung werden die Karten neu gemischt. Ein Abbruch der Ausbildung muss sich nicht negativ auf Ihre Karrierechancen auswirken. Jeder kann mal eine Fehlentscheidung treffen. Wichtiger ist, wie Sie damit umgehen. Wer sich auf die faule Haut legt, kann nicht erwarten, dass zukünftige Arbeitgeber das gutheißen. Wer hingegen direkt weitermacht, zeigt Engagement. Wenn die Berufswahl nicht die richtige war, erhalten Sie mit Praktika Einblick in neue Arbeitsfelder. Soziales Engagement bietet gleichzeitig eine sinnvolle Beschäftigung und die Zeit, verschiedene Möglichkeiten abzuwägen. Nach einer abgebrochenen Ausbildung sehnen Sie sich nach Bildung? Dann gehen Sie weiter zur Schule oder fangen Sie an zu studieren.

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