Lohnfortzahlung bei Minijobbern

Ansprüche sind Unternehmen und Mitarbeitern oft unklar

26. November 2015

Auch Minijobber haben Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Trotzdem kommen Vollzeitkräfte oft besser weg. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das 7.500 Beschäftigte und 1.100 Betriebe befragt hat.

Kranke Mitarbeiter bekommen oft kein Geld

15 Prozent der Unternehmen bestätigten, dass ihre Minijobber keinen bezahlten Urlaub bekämen. Die Lohnfortzahlung für kranke Minijobber verweigern 21 Prozent der befragten Betriebe. Unkenntnis ist bei Minijobbern weit verbreitet. Nur zwei Drittel wissen, dass die Lohnfortzahlung der geringfügig Beschäftigten bei Krankheit gesetzlich festgelegt ist. So wundert es nicht, dass fast die Hälfte der Minijobber davon berichtet, im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung zu bekommen. Auch beim bezahlten Urlaub liegt einiges im Argen: Rund 35 Prozent geben an, dass Vorgesetzte ihnen diese Leistung vorenthalten, obwohl sie Anspruch darauf hätten.

Gleiches Recht für Minijobber

Grundsätzlich haben geringfügig Beschäftigte die gleichen Rechte wie sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, denn sie gelten als teilzeitbeschäftigt. Der gesetzliche Urlaubsanspruch der Minijobber beträgt jährlich vier Wochen beziehungsweise 24 Werktage. Der Urlaub muss auf die vereinbarten Werktage umgerechnet werden. Wichtig ist dabei, an wie vielen Werktagen der Minijobber arbeitet, unabhängig von der Stundenzahl an den einzelnen Tagen. Der Anspruch auf Lohnfortzahlung beträgt sechs Wochen.

Sozialversicherungspflichtige sind im Vorteil

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, sowohl in Voll- wie auch in Teilzeit, haben Anspruch auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dies war fast allen Befragten bewusst. Die Betriebe kennen in der Regel auch die Rechtslage bezüglich Urlaub und Krankheit bei Minijobbern. Die Unkenntnis des Chefs ist selten die Ursache für die fehlenden Zahlungen. Rund die Hälfte der Unternehmen gewährt geringfügig Beschäftigten weder bezahlten Urlaub noch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, obwohl die Betriebe die gesetzlichen Regelungen kennen.

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